Benni & Joshi Nichell

Reisen (fast) ohne Geld

Viele Menschen würden gerne auf Reisen gehen. Andere Kulturen und Länder kennenlernen. Mehr von der Welt sehen. Aber oft scheitert das am Geld, denn Reisen ist teuer! Ist es das wirklich?


Wir reisen seit vielen Monaten und lieben es, (nahezu) geldfrei unterwegs zu sein. Dabei entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit. Schauen wir uns einmal die 3 Hauptausgaben während der Reise an. Das sind
Transport
Unterkunft
Essen
Diese Ausgaben lassen sich recht einfach auf ein Minimum reduzieren, wenn Du bereit bist, deinen bisherigen Reisestil ein wenig zu verändern.

Transport
Flüge und Busfahrten sind nicht nur teuer, sondern auch meist mit einem fixen Datum verbunden. Oftmals gestalten sich solche 
Fahrten zunächst als stressig, da Du rechtzeitig am Abfahrtsort sein musst. Während Du im Bus sitzt, wird es dann schnell mal langweilig und so macht die Fahrt einfach wenig Spaß.
Die passende Alternative heißt hier „trampen“.

Trampen in Patagonien
Trampen mit Traumpanorama. Manchmal kann Warten eine echte Belohnung sein.

„Was?! Aber das ist doch gefährlich“, wird jetzt mancher sagen. In der Tat ist es, besonders wenn man z.B. in Südamerika unterwegs ist (optimalerweise zu zweit), genau das Gegenteil. Meist werden hier eher Busse ausgeraubt, da sich die Räuber große Gewinne von einem mit Touristen gefülltem Bus erhoffen.
Zusätzlich bist Du als trampender Mensch nicht an Abfahrtszeiten gebunden. Stell Dich einfach dann, wenn Du willst an den Straßenrand. Du brauchst vorher nichts zu reservieren, nichts zu zahlen und nichts zu organisieren. Absolut stressfrei.
Menschen, die Anhalter mitnehmen, sind meist sehr offen und unterhaltungsfreudig. So wird es statt einer langweiligen, eine unterhaltsame, vielleicht lustige und informative Fahrt.
Wichtig ist, dass Du zum Trampen Zeit mitbringst und nicht im Stress bist, denn nur so macht es Spaß und du kannst entspannt reisen.
(Unser persönlicher Tramp-Tipp: sei fröhlich-munter unterwegs und sprich, wenn es geht, Menschen direkt an) 


Unterkunft
Wer mal eine Woche Urlaub in einem Hotel gemacht hat, der weiß, dass sich schon in kurzer 
Zeit beträchtliche Summen addieren. Auch Hostels oder Campingplätze sind nicht kostenfrei. Alternativen gibt es zahlreiche. Beliebt sind Plattformen wie „Couchsurfing“ oder „Warmduscher“. Hierbei nimmst Du Kontakt zu den Menschen in deiner aktuellen Reiseregion auf und kannst bei ihnen kostenfrei unterkommen. Für mich steht dabei nicht das gesparte Geld, sondern vielmehr die spannende Begegnung im Mittelpunkt. Nicht selten haben wir bis tief in die Nacht bei großartigen Unterhaltungen zusammengesessen oder voller Freude Musik gemacht.
Manchmal lädt Dich auch dein*e Fahrer*in beim Trampen ins eigene Haus ein. Wie schön, wenn Du dann nicht schon ein Hostel gebucht hast.

Benni & Joshi Nichell
Wenn eine Begegnung bis zum Permakulturprojekt reicht…dann haben alle eine Menge Freude am ackern!


Wenn Du ein kleines unauffällges Zelt im Gepäck hast, lässt sich meistens ein guter Ort zum Nächtigen finden. Das ist vorallem in weniger besiedelten Regionen praktisch. Eine Nacht draußen in der Natur zu verbringen, hilft mir in der neuen Umgebung wunderbar anzukommen und die vielen Reize besser zu verarbeiten. Und dazu ist es einfach nur fantastisch den Sonnenuntergang an einem See zu verbingen und in der Nacht den Sternenhimmel zu beobachten.

Wenn all diese Optionen nicht möglich sind, gibt es immernoch Feuerwehr oder Polizei, die häufig auch Reisende für eine Nacht aufnehmen.


Essen
Essen ohne Geld? Das mag wohl die größte Herausforderung sein. Doch auch hier gibt es viele Lösungsmöglichkeiten.

Am Supermarkt containert…das Abendessen steht.

Am liebsten esse ich „gerettete Lebensmittel“, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Dafür gibt es zahlreiche Wege. In Deutschland z.B. gibt es die Plattform „foodsharing.de“, über die Du Sammelsellen für gerettetes Essen findest. Du kannst aber auch, wie wir es in Südamerika oft machen, selbst aktiv werden und Supermärkte oder Restaurants fragen, ob sie etwas haben, das sie nicht mehr verkaufen. Besonders Bäckereien haben am Abend viele Reste und verschenken diese gerne.


Das „(fast)“
Nicht für jeden ist das radikale geldfreie Reisen etwas. Darum kannst du ja
geldfreier unterwegs sein und dir dennoch immer wieder etwas gönnen.
Für uns kam das „fast“ dann zur Geltung, wenn wir an einem Nationalpark Eintritt bezahlen mussten oder regionalen kulinarischen Köstlichkeiten nicht widerstehen konnten.
Wie Du das „fast“ also ausweitest, ist ganz alleine deine Entscheidung.


Warum geldfrei(er) reisen?
„Wenn Geld keine Rolle mehr spiele würde, wäre ich viel glücklicher!“
Diesen Satz habe ich schon häufig gehört und irgendwie ist da auch was dran.
Warum also nicht einfach ausprobieren?
Meine Erfahrungen waren, dass
Menschen sich viel mehr öffnen, wenn Geld nicht mehr im Mitelpunkt steht;
Menschen sich freuen, mit „Resten“ oder einer Mitfahrgelegenheit anderen Menschen eine Freude zu machen;
tiefsinnigere Begegnungen auf ganz neuen Ebenen entstehen können;
man zum Eintauchen in die Natur keinen teuren Guide braucht, sondern es Zeit und Zelt viel besser können;
sich die örtliche Kultur und Lebensweise bei einheimischen Menschen viel intensiver erfahren lässt;
Lebensmittelretten glücklich macht, hervorragend schmeckt und unglaublich bunt sein kann;
uns geldfreie Begegnungen lächeln lassen.

(Fast) Ohne Geld reisen kann also in den verschiedensten Ausmaßen und weltweit praktiziert werden. Und ein Versuch ist es allemal wert! Bedenke, Du machst den ersten Schritt und der Rest kommt dann von alleine.


Benni

1 Kommentar zu „Reisen (fast) ohne Geld“

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